Freimaurerloge

Thekla - eine Leuchte in Franken

i.Or. Kitzingen


Logenhaus

"Teklam namque luxta fluvium Moin collocavit, ut in illis locis quasi lucerna in caliginoso luceret loco,id est Chizzingun..."
"Thekla entsandte er an den Main, damit sie dort wie ein Licht an einem düsteren Ort, nämlich Kitzingen, leuchte..."

So steht es in einer Aufzeichnung über die Lebensgeschichte des Bonifazius.

Beginnen wir mit dem Jahre 1895, als sich im Frühjahr gleichen Jahres einige Brüder zusammensetzten, um über die Gründung eines Freimaurerkränzchens zu beraten und um einen Namen dafür zu finden.

Anwesend waren Brüder, meist Geschäftsleute, die mit weitreichenden Verbindungen auch Kontakte weit über Franken hinaus knüpfen konnten, die in Kitzingen und Umgebung ansässig waren und in den Logen „Brudertreue am Main“ i. Or. Schweinfurt, „Zu den zwei Säulen am festen Stein“ i. Or. Würzburg und „Mehr Licht“ i. Or. Pössneck arbeiteten.

Während dieser gemeinsamen Zusammenkünfte, - beriet man sich über den zukünftigen Namen dieses Freimaurerzirkels und hatte sich drei Namen zur Auswahl vorgelegt.
„Zu den drei Brückenbögen“ - - - „Zu den drei Mainbrücken“ - - - und „Zur Wahrheit am Main“ - - -. Nicht außer Betracht lassen möchte ich hier auch die recht lustigen Vorschläge, die seinerzeit im Spaß und guter Weinlaune gemacht worden sind, - und Bezug auf die großen Kitzinger Firmen nehmen sollten. So schlug man etwa vor, den Zirkel....... „Zu den drei Rossschweifen „ zu nennen, wegen der ansässigen Roßhaarfabrik oder „Zu den drei Humpen“ – wegen den im Orte anwesenden Bierbrauereien, - oder „Zum fränkischen Brunnen“ - - und dies bezüglich der hiesigen Weingroßhandlungen. Erwähnen will ich dies, weil wir hier in der Gründungsgeschichte Brüder antreffen, die Sinn für Humor fanden und nicht nur mit fixiertem Ernst sich der Namensfindung widmeten. Die Namenssuche wurde zur Qual, denn plötzlich erhoben sich durch diesen oder jenen neue Vorschläge, wie........ „Hadeloga am Main“, “Zur Pippinsbrücke”, “Nacht zum Licht”, „Zum aufgehenden Licht am Main“, „Die Brücke am Main“ und „Zum fränkischen Stern“ eine Unsicherheit, bezüglich einer definitiven Entscheidung. Doch wie durch einen Ausspruch bekannt „Ende gut alles gut!“ wurde ganz zum Schluss der Beratungen der Name gefunden, - den diese Loge heute noch trägt. Es war im Herbst 1895 als während eines Vortrages über die Gründungsgeschichte Kitzingen, der Name

Thekla – eine Leuchte in Franken“

für den Freimaurerzirkel vorgeschlagen wurde.

Wir wissen, dass der Name Thekla, soweit wir aus den noch erhaltenen Schriften des heiligen angelsächsischen Missionars Bonifazius ersehen können, eine entscheidende Figur der Kitzinger Frühzeit war.

Der heilige Bonifazius setzte Thekla jenseits des Flusses Main ein, - damit sie in jener Gegend - und nun zitiere ich die persönliche Aussage Bonifazius - „Wie ein Licht in einem dunklen Ort leuchte, das ist Kitzingen.“

Wir entnehmen der Aufzeichnung des hl. Bonifazius, dass er mehr Licht im dunklen Ort Kitzingen zu sehen wünschte, - ein wunderbarer und deutungsvoller Hinweis für lichtsuchende Brüder, die einen richtungsweisenden Namen für ihren Freimaurerzirkel suchten.

So beschloss man, - sich auf den Namen – „Thekla, eine Leuchte in Franken“ festzulegen, - und knüpfte (laut Chronik) daran die Verpflichtung, - - - „Wir von der Loge Thekla wollen Lichtbringer am Main sein“.

Am 27 Dezember 1895 entstand dann der Freimaurerzirkel „Thekla, eine Leuchte in Franken“, aus dem 31 Jahre später - am 9. Mai 1926 – unserer Loge mit der Matrikelnummer 724 Namensträger als vollkommene und gerechte Loge hervor ging.

In der Gründungszeit war unsere Loge genau wie die Würzburger und Schweinfurter Loge der Großloge „Zur Sonne“, Bayreuth angeschlossen.
Soweit die Überlieferung.

Wenden wir uns noch für wenige Augenblicke der Vor- und Nachkriegsentwicklung zu;
Bedingt durch politische Entwicklungen wurde die Loge 1933 von der örtlichen Polizei geschlossen. Die Bruderschaft wurde nach aussen hin als aufgelöst angesehen, doch traf man sich dann und wann auf privater Ebene, um den freimaurerischen Gedanken aufrechtzuerhalten.
Die Logenräume standen der HJ zur Verfügung, die dort sportlichen Tätigkeiten wie Tischtennis spielen nachging.
Ende des 2. Weltkrieges siedelte sich der J.M.C, ein amerikanischer young man club an.

Von 1933 (32 eingetragene Brüder) bis fast Ende des Jahres 1945 (nur noch 15 verbliebene Brüder) ruhte die Kitzinger Logentätigkeit.
Diese Bestandsaufnahme im Monat November 1945, eine gewaltige, ernstzunehmende Schwächung der Loge „Thekla, eine Leuchte in Franken“ veranlasste den amtierenden Großmeister der Großloge „Zur Sonne“, Br. Beyer zu einem Rundschreiben an seine Logen, in dem er alle Brüder zum Neuanfang aufrief, indem er an die Tugenden Mut und Fleiß erinnerte – und so motivierte er auch die Kitzinger Brüder zum Neuaufbau. Noch 1946 erlangte man die Lizenz zurück und konnte von nun an als vollkommene und gerechte Loge seinen Arbeiten wieder nachgehen. Man schuf sich eine noch recht dürftige Notunterkunft in einer Weinabfüllhalle.

In den Wintermonaten von 1946 bis 48 wich man für die Tempelarbeiten und Zusammenkünfte auf ein beheiztes Gasthausnebenzimmer aus – und verlegte im Jahre 1946 die Arbeiten in den kleinen Saal des „Colosseum“ – wo man auch das Johannisfest mit Schwestern zum erstenmal wieder feierlich begehen konnte. In feierlicher Form wurde nach intensiven, arbeitsreichen Nachkriegsjahren im Jahre 1960 der hiesige Tempel wieder neueingeweiht, - im Beisein zahlreicher Brüder aus befreundeten und benachbarten Logen.

In den nun folgenden Jahren zeichneten sich deutlich die Vorteile der gegenseitigen Bruderhilfe im Dreieck Kitzingen – Würzburg – Schweinfurt ab.
Die damals aufgerichtete, gegenseitige Unterstützung hinterließ positive Spuren – und dauert bis in unsere Zeit an. Es sind nicht nur die fest eingerichteten gegenseitigen Besuche bei besonderen Anlässen und die gemeinsamen Tempelarbeiten. Im Jahre 1990 waren es Brüder der Kitzinger und Schweinfurter Logen, die sich um die Freimaurerei in Meiningen/Thüringen bemühten mit dem Erfolg, dass im Jahre 1993 die Loge „Georg Liberalitas“gegründet wurde. Mehrere Kitzinger Büder waren/sind noch heute dort (Gründungs-) Mitglied.

Unerwähnt soll auch nicht die Aufnahme der amerikanischen Loge „Hands across the Main“ sein, - die zu einem Mietvertrag mit unserer Loge bereit war, und fortan das Recht besaß, einmal wöchentlich die Logenräume zu benutzen. Die Verbindung beider Logen bewirkte ein tiefes Verhältnis zu unseren amerikanischen Brüdern, das bis heute erfolgreich und ungetrübt andauert.

Lasst mich noch anfügen, dass 3 Brüder unserer Loge maßgeblich zum Erfolg des im Jahre 1965 gegründeten Vereins „Lebenshilfe“ beigetragen haben.

Im September 1985 wurde vorgeschlagen, in den Partnerstädten der Stadt Kitzingen, Prades und Montevarchi nach einer Loge Ausschau zu halten. In Montevarchi wurde man fündig. Dort arbeitet die Loge „Setteponti“. Im April 1986 beschlossen die Kitzinger Brüder, auf eine Partnerschaft hinzuarbeiten. Aber erst mit Hilfe der Großloge gelang ein erster Kontakt nach Montevarchi, ein erster Besuch folgte im Oktober 1987. Wir wurden in Italien wie alte Freunde und Bekannte empfangen, ein Gegenbesuch erfolgte bereits im Juli 1988, die Brüder und Schwestern aus Italien wurden u.a. vom Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen im historischen Rathaussaal herzlichst begrüßt. Seit diesen Tagen lebt diese Freund- und Partnerschaft trotz der hohen Hürde der Sprachschwierigkeiten, da die Herzen die gleiche Sprache sprechen.

Regularien: Die Freimaurerloge “Thekla, eine Leuchte in Franken” ist ein beim Amtsgericht Kitzingen unter der Nummer 0123 eingetragener Verein, die Satzung liegt dort vor. Im Stadtbuch der Stadt Kitzingen ist die Loge, wie alle anderen Vereine auch, aufgeführt.
Wir, die Kitzinger Brüder treffen uns Dienstags.

Zu Vortragsabenden und kulturellen Veranstaltungen sowie Gesellschaftsabenden
sind uns Gäste herzlich willkommen.

Kontakt: per eM@il


Kontaktanschrift:
Freimaurerloge
"Thekla - eine Leuchte in Franken"
Mainstockheimer Str. 2
97318 Kitzingen

Vereinigte Großlogen von Deutschland

A.F.A.M.